11. Februar 2017

"Sie ist erwürgt worden. Aber das war wohl noch nicht genug. Man hat sie verstümmelt und dann einfach wie ein Stück Dreck in die Spree geworfen."

"Das Hospital" von Oliver Menard | Knaur Verlag | 416 Seiten
(Zur Verfügung gestellt von Oliver Menard - danke!)

"In der Spree wird eine Wasserleiche ohne Lippen gefunden. Die Journalistin Christine Lenève nimmt die Ermittlung auf und findet schnell heraus, dass der Mörder noch weitere Opfer auf dem Gewissen hat. Seine Morde durchdenkt er genau und inszeniert diese vor einem zahlenden Publikum.
Gemeinsam mit ihrem Freund, welchen eine alte Freundschaft mit einem der Opfer verbindet, kommt sie dem "Eismann" auf die Spuren, wobei sie sich selbst in große Gefahr bringt."

Obwohl ich selten Thriller lese, hat mich dieses Buch auf Anhieb angesprochen.
Ich mochte die verschiedenen Sichtweisen, aus denen das Buch geschrieben war, da hierdurch immer wieder Spannung aufkam und man wissen wollte, wie es aus der jeweiligen Sicht weiter geht. Besonders die Sicht des Mörders gefiel mir, da dies etwas komplett Neues für mich war. Seine Gedanken waren interessant, wenn auch absolut absurd, was mich einerseits wütend gemacht und andererseits extrem viel Spannung aufgebaut hat.

Die Journalistin, Christine, war mir anfangs nicht sehr sympatisch. Sie wirkt sehr derb und leicht überheblich, aber man gewöhnt sich schnell an sie und letztendlich fand ich so doch gar nicht so übel. Ein absoluter Sympathieträger und somit mein Lieblingscharakter war hingegen ihr Freund Albert, der ebenfalls eine große Rolle spielt und mich durch seine nette, gelassene Art sofort in seinen Bann gezogen hat. Albert ist auch derjenige, der die Geschichte in eine interessante Richtungen leitet, als herauskommt, dass er engen Kontakt zu dem Opfer pflegte und bis vor kurzem noch einer Hackergruppe angehörte.

Das Ende des Buches fand ich leider etwas schwach und vorhersehbar. Hierbei hätte ich persönlich es besser gefunden, wenn die Sichtweisen öfter gewechselt hätten und war daher nicht so begeistert von dem längeren Kapitel aus Christines Sicht. Dafür gab es nach dem großen Finale noch eine sehr emotionale Stelle, die alles wieder gut gemacht hat.

Generell kam die Spannung in "Das Hospital" nie zu kurz und es gab nur vereinzelt Kapitel, die sich in die Länge gezogen haben, was aber sofort durch den unglaublich guten Schreibstil wieder gut gemacht wurde. Daher gebe ich dem Buch 4 von 5 Schlüsseln, wegen des eher schwachen Finales.
Ina ♥

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