4. Juni 2017

➳ Rezension zu "Das dunkle Herz des Waldes"


"Das dunkle Herz des Waldes" von Naomi Novik | cbj Verlag | 576 Seiten | Selbst lesen?
(Zur Verfügung gestellt von Bloggerportal - danke!)

Agnieszka wächst in einem kleinen Dorf, jenseits des dunklen Waldes - ein Ort voll böser Macht -, auf. Einzig der "Drache" hat diese Macht unter Kontrolle. Alle zehn Jahre wählt er ein Mädchen aus, welches ihm dienen muss. Für Agnieszka ist klar, dass es diesmal ihre beste Freundin Kasia treffen wird, doch alles kommt anders, als gedacht.

Das Cover des Buches gefiel mir so gut, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte und im Nachhinein kann ich sagen, dass es den Inhalt und das Setting perfekt wider spiegelt. Besser hätte man das Cover nicht gestalten können!

Der Schreibstil der Autorin sagte mir sehr zu und passte zum düsteren Setting des Buches. Die Charaktere wurden allesamt detailliert beschrieben, so dass man sich gut in sie hineinversetzen konnte. Agnieszka gefiel mir als Protagonistin sehr gut, da sie sehr herzlich und hilfsbereit rüber kam und trotzdem einiges auf dem Kasten hatte und sich so leicht nicht unterkriegen ließ. Sakran (der "Drache") wirkte anfangs sehr grimmig und ich musste mich zuerst an seine Art gewöhnen, doch dann wurde auch er ein absolut liebenswerter Charakter.

Der Verlauf der Geschichte schien mir anfangs vorhersehbar; ein Mädchen wird für die nächsten zehn Jahres ihres Lebens von einem Zauberer gefangen gehalten, um ihm zu dienen. Ich dachte sofort an eine typische Liebesgeschichte, doch schon nach den ersten hundert Seiten merkte ich, dass ich mich getäuscht hatte. Die Geschichte was alles andere als vorhersehbar und sorgte immer wieder für spannende Lesemomente, wobei die Romantik leider etwas zu kurz kam. Leider waren mir manche Szenen etwas zu ausführlich geschrieben, weshalb ich der Meinung bin, dass dem Buch ein paar Seiten weniger nicht geschadet hätten.

Mein Fazit: Zwischendurch ist ein wenig Geduld angesagt ;D trotzdem ist "Das dunkle Herz des Waldes" ein Muss für jeden Fantasy Fan! Ich würde das Buch jedem empfehlen, der düstere, magische und detaillierte Geschichten liebt.
Von mir gibt es 4 von 5 Schlüsseln.

2. Juni 2017

Weil die Realität immer gewinnt ➳ Rezension zu "Vor, nach und zwischen dir"


"Vor, nach und zwischen dir" von Saskia Hirschberg | 376 Seiten | Selbst lesen?
(Zur Verfügung gestellt von Lovelybooks und Saskia Hirschberg - danke!)

Sandra lernt in ihrer Stammdisko den Amerikaner Andrew kennen und verliebt sich in ihn, was für die beiden zu einer Berg- und Talfahrt wird. Andrew muss zurück zur Army und außerdem ist da noch Sandras fester Freund, von dem sie sich einfach nicht lösen kann, doch sie muss sich für einen der beiden entscheiden.

Die Inhaltsangabe fällt heute sehr kurz aus und auch vollkommen anders, als die offizielle Inhaltsangabe des Buches, welche mehr darauf schließen lässt, dass das Buch in der Gegenwart spielt, wo Sandra und Andrew sich nach zwölf Jahren ohne Kontakt wieder treffen. Tatsächlich spielt die Geschichte jedoch zu 95% in der Vergangenheit und erzählt, wie die beiden sich kennen lernen und welche Rolle Sandras damaliger Freund spielt. Dieser Aspekt gefiel mir sehr gut, denn auf diese Weise konnte man viel über die beiden erfahren und wurde nicht einfach in die Geschichte hinein geworfen.

Sandra, die Protagonistin, ist ein sehr sympatischer Mensch, der offen und authentisch rüber kommt. Gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen verbringt sie jeden Freitag in ihrer liebsten Disko, wo sie auch Andrew kennen lernt, und man merkt sofort, dass die drei Freundinnen wie für einander gemacht sind und gemeinsam durch dick und dünn gehen. Eine tolle Freundschaft, die eine angenehme Leseathmosphäre zaubert.
Andrew ist ebenfalls sympatisch, allerdings kommt er teilweise kalt rüber und dadurch, dass man sehr wenig über ihn erfährt, unerreichbar.

Es hat mich leider sehr gestört, dass zwischen Sandra und Andrew sehr wenige Gespräche statt fanden und sie sich wegen den unnötigsten Dingen in die Haare bekamen. Außerdem hat mir das Knistern gefehlt und ich habe immer wieder daran gezweifelt, dass die Chemie zwischen den beiden annähernd stimmt.

Der Schreibstil war sehr schön flüssig und locker, was mir gut gefallen hat. Außerdem habe ich die Szenen mit Sandras hessischer Familie geliebt, da sie dem Buch das gewisse Etwas gegeben haben. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, waren die Gespräche, die in englischer und deutscher Sprache geschrieben wurden, was Andrews Herkunft gut untermalt hat und auch die Überschriften jedes Kapitels waren sehr kreativ und teilweise mitreißend.

Ich gebe dem Buch gute 4 von 5 Schlüsseln.
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